- Telefon: 0731 173-152
- Fax: 0731 173-5152
STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG
Unternehmensnachfolge – Anspruchsvolles Sprungbrett
Unternehmensnachfolge – Anspruchsvolles
Sprungbrett
Im Zuge der demografischen Entwicklung
haben immer mehr Unternehmer Probleme, einen passenden Nachfolger
für ihren Betrieb zu finden. Erfreulich ist, dass sich mehr
Existenzgründer zu den Möglichkeiten eines Starts als Nachfolger
bei ihrer IHK informieren. Im Jahr 2009 stieg ihre Zahl um 7
Prozent auf 8.400. Das Interesse an einer Unternehmensnachfolge
folgt somit dem steigenden Gründungsinteresse – 2009 wollten
erstmals seit vier Jahren wieder mehr Menschen den Schritt in die
unternehmerische Selbstständigkeit wagen.
Know-how beim Nachfolger unabdingbar
Um
den anspruchsvollen Start als Nachfolger erfolgreich zu meistern,
sind die Anforderungen an das betriebswirtschaftliche Know-how und
die Unternehmerpersönlichkeit hoch. Etliche Unternehmer in spe
weisen hier jedoch laut DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010
Defizite auf. Knapp 40 Prozent unterschätzen die Anforderungen, die
an einen Unternehmenslenker im etablierten Betrieb gestellt werden.
Ein Viertel der Nachfolger bringt keine ausreichenden
Qualifikationen für den Einstieg mit. Gefragt ist daher eine
gründliche Vorbereitung auf den Start im Chefsessel. Der Betrieb
der Wahl sollte nicht zuletzt zu Können und Wissen des Nachfolgers
passen.
Finanzierung Einstiegshemmnis Nummer 1
Ist der richtige Betrieb gefunden, muss der Nachfolger eine
Finanzierung auf die Beine stellen. Zwar hat sich die allgemeine
Finanzierungssituation derzeit stabilisiert; im Zuge der
Finanzmarktkrise mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die
Kreditinstitute risikosensibler bei der Kreditvergabe sind. Denn
bei 59 Prozent der Nachfolger stellen die IHKs Schwierigkeiten bei
der Finanzierung fest. Dreh- und Angelpunkt für den Nachfolger ist
daher ein stichhaltiges Konzept, das Kapitalgeber überzeugt.
Gleichzeitig sind Banken und Finanzierungspartner aufgefordert, bei
ihrer Entscheidung die Perspektiven des Betriebes unter neuer
Leitung mit zu berücksichtigen. Wichtig ist ebenso eine konsequente
Begleitung des Nachfolgeprozesses. So können sich Bank und
Kapitalgeber selbst ein fundiertes Bild von der Betriebszukunft
machen.
Erbschaftsteuer: Anpassungsbedarf bleibt!
Obwohl weitgehend von der politischen Tagesordnung und aus den
Medien verschwunden, ist die Erbschaftsteuer weiterhin ein
Nachfolgehemmnis – nach IHK-Beobachtungen bei 25 Prozent der
Senior-Unternehmer und 16 Prozent der Nachfolger. Die Maßgaben,
nach denen Unternehmer sich ganz oder teilweise von der
Erbschaftsteuer befreien können, bleiben fernab der
betriebswirtschaftlichen Realität. Eine Fortführung des
Unternehmens mit fast gleichbleibender Lohnsumme und
Unternehmensstruktur über einen Zeitraum von sieben bzw. zehn
Jahren ist in Zeiten immer schnellerer Marktveränderungen,
wirtschaftlicher Umbrüche und steigendem Wettbewerbsdruck kaum
möglich. Das hat nicht zuletzt die Krise deutlich vor Augen
geführt.
Unternehmerische Grundlagen früh legen!
Eine Unternehmensnachfolge ist keine „Gründung im gemachten Nest”.
Es gilt, vom ersten Tag die Ärmel hochzukrempeln:
Betriebswirtschaftliches Rüstzeug ist unverzichtbar. Der Beruf
Unternehmer muss daher als Option genauso selbstverständlich werden
wie eine Anstellung. Die Grundlagen hierfür müssen früh gelegt
werden. Das Thema Selbstständigkeit muss sich daher in den
Lehrplänen von Schulen und Universitäten wiederfinden.
