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Insolvenzhäufigkeit der Unternehmen im 1. Halbjahr 2009
(PDF, 138 KB) (Dokument-Nr.: 18989)
STANDORTPOLITIK
IHK-Region Ulm hat niedrigste Insolvenzhäufigkeit in Baden-Württemberg
Unternehmensinsolvenzen steigen im ersten Halbjahr 2009 an, bleiben aber deutlich unter dem Landeswert
Ulm, 6. November 2009
Die IHK-Region Ulm bleibt auch in der Wirtschaftskrise die Region mit der niedrigsten Insolvenzhäufigkeit. Insgesamt registrierte das Statistische Landesamt im ersten Halbjahr diesen Jahres 27 Verfahren (1. Halbjahr 2008: 21 Verfahren). „Die IHK Ulm freut sich natürlich über die geringe Insolvenzhäufigkeit. Dies sollte uns Mut machen. Dennoch muss in der zweiten Jahreshälfte 2009 leider von einem Anstieg der Insolvenzen ausgegangen werden, da sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erst mit Verzögerung in diesem Bereich niederschlagen werden”, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle die Daten.
Mit 1,4 Insolvenzverfahren pro Tausend Unternehmen weist die IHK-Region Ulm zwar ein höheres Niveau auf als im Vorjahr (2008: 1,2 Verfahren), bleibt aber Spitzenreiter unter den zwölf baden-württembergischen IHK-Regionen.
Dabei stellt sich die Situation in allen drei Kreisen überdurchschnittlich dar. Der Alb-Donau-Kreis kann mit einem Wert von 0,9 sogar die niedrigste Insolvenzhäufigkeit unter allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg verbuchen. Der Landkreis Biberach liegt mit 1,5 Insolvenzverfahren pro Tausend Unternehmen auf dem 3. Platz. Und auch der Stadtkreis Ulm erzielt mit einer Häufigkeit von 2,3 einen beachtlichen 9. Rang. Im Landesdurchschnitt ergaben sich 3,2 Verfahren.
Die vergleichsweise niedrige Zahl der Insolvenzen darf aber nicht über das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens hinweg täuschen: So beliefen sich die Forderungen der Gläubiger gegenüber den insolventen Unternehmen auf insgesamt 31,2 Millionen Euro. Das sind durchschnittlich 1,16 Millionen Euro je Insolvenzverfahren. Damit haben sich vor allem im Stadtkreis Ulm die Forderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitrum deutlich erhöht.
Und auch die Zahl der betroffenen Beschäftigten hat zugenommen. Waren in der IHK-Region Ulm im ersten Halbjahr 2008 lediglich 89 Beschäftigte in Unternehmensinsolvenzen verwickelt, so waren es im ersten Halbjahr diesen Jahres 183. Dabei zeigt sich in allen zwölf Regionen Baden-Württembergs ein ähnliches Bild.
Erläuterungen:
Die Insolvenzstatistik
des Statistischen Landesamtes basiert auf den
Insolvenzverfahren. Diese setzen sich aus den
eröffneten Insolvenzverfahren und den Insolvenzen, die mangels
Masse abgewiesen werden, zusammen. Die Zahl der bei den
Amtsgerichten eingehenden
Insolvenzanträge liegt in der Regel darüber,
u. a. weil es in vielen Fällen nicht zur Eröffnung eines
Insolvenzverfahrens kommt, z. B. wenn der Betrieb nach Begleichung
einer strittigen Forderung weitergeführt werden kann. Für
Informationen über die wirtschaftlichen Folgen von
Unternehmensinsolvenzen ist man auf die Statistik der
Insolvenzverfahren angewiesen, die beim Statistischen Landesamt
geführt wird und auch Angaben über die von Insolvenz betroffenen
Beschäftigten und offene Forderungen enthält.
