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Kinderbetreuungssituation in der IHK-Region Ulm
(PDF, 3,596 KB) (Dokument-Nr.: 105173)
Von Seiten der Stadt Ulm wurden bereits Anstrengungen unternommen, um das Kinderbetreuungsangebot auszubauen. Allerdings ist in Ulm der Nachholbedarf auch von Nöten. Zwar hat der Stadtkreis Ulm zwischen 2006 und 2011 deutliche Zuwachsraten bei den U3-Plätzen und in der Ganztagesbetreuung im Kindergartenbereich erzielen können. Im Vergleich zum Durchschnitt von Baden-Württemberg, vor allem aber zu den anderen Stadtkreisen, sind diese Zuwachsraten jedoch unterdurchschnittlich. Ulm ist im Vergleich der Stadtkreise bei der Ganztagsbetreuung von Kindern zwischen 3 bis 6 Jahren nach wie vor mit am Tabellenende angesiedelt. Die relativ gute Positionierung im Bereich der verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) mag hier zumindest einen gewissen Gegenpol darstellen, kann den Mangel an Ganztagesbetreuungsplätzen aber keinesfalls kompensieren.
Bei der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren liegt Ulm mit einer Betreuungsquote von 20,1 auf Platz 20 auch hinter einer Vielzahl von Landkreisen in einem Vergleich aller Kreise in Baden-Württemberg. Hier sind zudem auch die VÖ-Quoten weit unterdurchschnittlich. Mit einer Quote von 11,6 Prozent schneidet Ulm aber zumindest bei der Ganztagesbetreuung relativ ordentlich ab (Platz 5 unter den Stadtkreisen). Insgesamt ergibt sich dennoch auch im U3-Bereich ein unbefriedigendes Bild.
Verwaltung und Gemeinderat haben mittlerweile die Weichen für die Zukunft gestellt. Sofern diese Planungen trotz des vom Projektleiter mittlerweile erkannten Fachkräfteengpasses umgesetzt werden können, ist Ulm auf einem guten Weg. Dabei sollten aber nicht die gesetzlichen Vorgaben, sondern der tatsächliche Bedarf Maßstab für die künftige Planung sein. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des gerade in unserer Region enormen Fachkräftebedarfs wird die Berufstätigkeit von Frauen mit Kindern die Regel sein, so dass ein Bedarf für eine durchgängige Ganztagesbetreuung von U3 bis zum mittleren Schulabschluss mittelfristig notwendig sein wird.
Wie ein Blick auf die Pendlerstatistik zeigt, arbeiten in Ulm auch viele Auswärtige: Ulm hat mehr als 54.000 Einpendler zu verzeichnen. Dem stehen lediglich etwa 15.000 Auspendler gegenüber. Nicht wenige dieser Pendler würden ihr Kind gerne am Arbeitsort in Betreuung geben. Der Blick auf die Belegungsstatistik der Ulmer Betriebskindergärten bestätigt diese Vermutung. Folglich erhöht sich für eine Einpendlerstadt wie Ulm also die Zahl der zu versorgenden Kinder noch einmal spürbar. Seit der bestehenden Neuregelung „Das Geld folgt den Kindern“ (Paragraf 29FAG, Paragraf 8 KiTaG) ist aus unser Sicht diesbezüglich auch eine faire Lösung für den finanziellen Ausgleich getroffen worden.
Zahlen, Daten und Fakten zur aktuellen Lage der Kinderbetreuung in Ulm finden Sie in der rechten Service-Spalte als Download.