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STANDORTPOLITIK

Wirtschaftskrisen gehen vorüber – der demografische Wandel bleibt!

IHK Ulm stellt erste Ergebnisse des Projektes „Demografie-Initiative in der IHK-Region Ulm” vor

19. Oktober 2009

Bis zum Jahr 2025 wird sich die Zahl der 55 bis 64-Jährigen in der IHK-Region Ulm um etwa die Hälfte erhöhen. Fast ein Viertel aller Erwerbspersonen wird 2025 dieser Altersgruppe angehören. Insgesamt werden vor allem in technisch orientierten Berufen zunehmend qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie im Auftrag der IHK Ulm. Die Untersuchung ist ein erstes Ergebnis der „Demografie-Initiative in der IHK-Region Ulm”.

Die IHK Ulm möchte die Unternehmen der Region auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereiten. Mit Unterstützung des Wirtschaftministeriums Baden-Württemberg und des Europäischen Sozialfonds (ESF) hat die IHK Ulm daher das Projekt „Demografie-Initiative in der IHK-Region Ulm” ins Leben gerufen. Anlass hierfür waren die Ergebnisse einer Fachkräftestudie von Professor Rürup. Diese führte zu dem Ergebnis, dass in der IHK-Region Ulm bis zum Jahr 2020 etwa 60.000 Fachkräfte fehlen sollen.

Im Rahmen des Demografie-Projektes wurde nun eine Untersuchung erstellt, die vor allem die Bevölkerungsentwicklung in der IHK-Region Ulm und deren Auswirkungen unter die Lupe nahm. Das Internationale Institut für Empirische Sozialökonomie aus Stadtbergen kommt dabei zu dem Ergebnis, dass es vor allem die technisch orientierten Berufe sein werden, bei denen in Zukunft Fachkräftebedarf auftreten wird.

Die zentrale Herausforderung stellt für die Wirtschaft aber ganz allgemein der künftige Umgang mit älteren Mitarbeitern dar, so die Forscher. Denn gerade bei den Personen im erwerbsfähigen Alter ist von einer deutlichen Verschiebung in ältere Altersgruppen auszugehen. Frühverrentungsstrategien würden die Fachkräfteproblematik somit noch zusätzlich verschärfen. Dagegen sollten Begriffe wie altersgerechtes Arbeiten und lebenslanges Lernen auf der Agenda stehen, um einen längeren Verbleib in den Betrieben zu ermöglichen.

Derzeit sind die Beschäftigungsquoten von Älteren und Frauen noch deutlich unterdurchschnittlich. Daher sind aus Sicht des Institutes auch Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sinnvolle Ansätze, um einem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Die IHK Ulm möchte ihre Unternehmen auf diesem Weg unterstützen. „Wir haben daher mit Sonja Sälzle und Markus Forderer zwei Berater mit langer Erfahrung im Personalbereich eingestellt. Sie beraten kostenfrei bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen demografiebewussten Personalmanagements”, sagt Andreas Dzionara, stv. Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm.

Darüber hinaus bietet die IHK Ulm ein 1-tägiges Seminar zum Thema Personalmanagement und Demografie (erste Termine 5. und 17. November 2009) sowie einen Lehrgang „Demografiebewusstes Personalmanagement” an. Auch die Bildung von Netzwerken für Personalverantwortliche steht auf der Agenda. „Wir können nur allen Unternehmen raten, sich dieses zukunftsweisenden Themas anzunehmen. Denn die Wirtschaftkrise wird vorübergehen, der demografische Wandel wird aber bleiben”, so Dzionara.

DOKUMENT-NR. 18977

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