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PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Unternehmensnachfolge: Auf der Suche nach dem Richtigen

Die IHK Ulm berät deutlich mehr Unternehmer als im Vorjahr

Ulm, 11. September 2009

Nr. 141

Die Nachfolgeproblematik gewinnt in mittelständischen Unternehmen an Gewicht. Wie jedes Jahr hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seinen Report zur Unternehmernachfolge 2008 veröffentlicht, diesmal mit Diskussion der neuen Regelung bei der Erbschaftsteuerreform und der Folgen durch die Finanzmarktkrise. Erfreulich ist, dass die Bilanz der IHK Ulm besser aussieht als die DIHK-Studie. Die IHK Ulm berät seit über fünf Jahren mit einem erfahrenen Fachmann Unternehmerinnen und Unternehmer der Region zum Thema Unternehmensnachfolge.

Im Jahr 2008 hat die IHK Ulm 462 Gespräche zur Unternehmensnachfolge geführt – das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter waren 208 Beratungsgespräche mit Senior-Unternehmern, die ihren Betrieb abgeben möchten (plus 5 Prozent) sowie mit 162 Existenzgründern, die einen Betrieb zur Übernahme suchen (plus 10 Prozent). Zudem haben 475 Unternehmerinnen und Unternehmer an Seminaren zur Unternehmensnachfolge teilgenommen
(plus 2 Prozent).

Gibt es keinen Nachfolger in der Familie, müssen immer häufiger externe Nachfolger für die Unternehmensleitung gefunden werden. Kamen vor einigen Jahren noch drei Viertel der Nachfolger aus der eigenen Familie, ist dieser Anteil mittlerweile deutlich unter 50 Prozent gerutscht. Größtes Hindernis für den Nachfolger beim Einstieg in das Unternehmen ist die Finanzierung.

Nach Erfahrungen der IHK Ulm liegen hier bei 34 Prozent (bundesweit sind es 49 Prozent) der potenziellen Nachfolger die Schwierigkeiten. Mit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ist die Finanzierung stärker in den Mittelpunkt der IHK-Beratungen gerückt. 50 Prozent der Unternehmen berichten der IHK Ulm von Problemen, Kapital und Investoren für die Unternehmensnachfolge zu akquirieren. Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei 64 Prozent. Scheitert der Einstieg eines Nachfolgers ist das Unternehmen samt Arbeitsplätzen in Gefahr.

Ein weiteres Hindernis für die Unternehmensnachfolge ist die Erbschaftsteuer. Die Neuregelung erweist sich als Hypothek für den Mittelstand. Laut DIHK-Report haben rund 30 Prozent der Senior-Unternehmer (3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr) Probleme, einen Nachfolger zu finden. Bundesweit dürften rund 14.000 Unternehmen mit über 130.000 Beschäftigten davon betroffen sein. Die Fortführung des Unternehmens bei gleich bleibender Lohnsumme und Unternehmensstruktur über einen Zeitraum von mindestens sieben Jahren ist in Zeiten immer schnellerer Marktveränderungen wohl kaum möglich. Dies zeigt nicht zuletzt die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise.

Die komplizierten Regelungen der Erbschaftsteuer erschweren den Generationswechsel im Mittelstand. Das erfahren die IHKs bei ihren täglichen Beratungsgesprächen. So spüren fast alle befragten 80 IHK-Nachfolge-Experten in Deutschland (97 Prozent) infolge der Erbschaftsteuerreform einen höheren Beratungsbedarf. Viele der Unternehmer zeigen sich durch die Neuregelungen verunsichert: 78 Prozent der Experten berichten von einer gestiegenen Verunsicherung bei Senior-Unternehmen; von mehr Verunsicherung bei Existenzgründern berichten 81 Prozent. 39 Prozent der IHK-Berater gehen sogar davon aus, dass Senior-Unternehmer durch die Erbschaftsteuer von einer Nachfolge in der Familie absehen könnten – und das will der IHK-Nachfolgemoderator unbedingt vermeiden.

DOKUMENT-NR. 18561

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