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Drei IHKs unterstützen das „Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen” der Zeppelin Universität mit 375.000 Euro
Ulm, 9. September 2009
Nr. 149
IHK Ulm / Schwaben / Bodensee-Oberschwaben
Während in Deutschland rund 1.000 Professoren zu 30 DAX-Unternehmen forschen, beschäftigen sich gerade mal drei Wissenschaftler mit den rund 3,1 Millionen deutschen Familienunternehmen. Diese wissenschaftliche Schieflage, so Professor Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen (ZU), am Dienstag bei einem Pressegespräch, bedürfe dringend einer Korrektur. Aus diesem Grund eröffnete die Zeppelin Universität das „Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF)” und damit das erste universitäre Forschungs- und Lehrinstitut für Familienunternehmen in Süddeutschland. Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Bodensee-Oberschwaben, Schwaben und Ulm unterstützen die Gründung des FIF mit 375.000 Euro. Die regionalen Interessensvertreter der Wirtschaft wollten damit der besonderen Bedeutung der Familienunternehmen für die Wirtschaftstruktur in Deutschland und gerade in den drei IHK-Regionen künftig deutlich mehr Beachtung und Einfluss verschaffen, betonte IHK-Präsident Heinrich Grieshaber (Bodensee-Oberschwaben) bei der Vorstellung dieser bislang einmaligen Kooperation.
Die Familienunternehmen seien der stabilisierende Faktor der Volkswirtschaft und Garant für Arbeits- und Ausbildungsplätze, gerade auch in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, begründete IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz (Ulm) das Engagement der drei IHKs. In den Medien spielten diese aber eine völlig untergeordnete Rolle. Auch die Politik verkenne die Bedeutung der Familienunternehmen. Die Diskussion über die Reform der Erbschaftsteuer habe dies der Unternehmerschaft deutlich vor Augen geführt.
Mit der Unterstützung des Friedrichshafener Instituts für Familienunternehmen möchte die regionale Wirtschaft diesem Missstand zwischen der Bedeutung der Familienunternehmen und deren Wahrnehmung in Politik, Gesellschaft und Medien gegensteuern. Das FIF soll, so die Erwartung der regionalen Wirtschaft, durch wissenschaftliche Forschung, aber auch durch Marketing den Familienunternehmen die Beachtung verschaffen, die diese verdienen. Darüber hinaus sollen die Familienunternehmen der Region auch unmittelbaren Nutzen aus gezielten Transferleistungen und Beratungsangeboten ziehen.
Die Beschäftigung mit dem Thema „Familienunternehmen” übe eine
starke Faszination aus und werfe immer neue Fragen auf, sagte
Jansen, der den drei IHKs für die schnell und unbürokratisch
zustande gekommene Kooperation dankte. Familienunternehmen
zeichneten sich in erster Linie dadurch aus, dass ihre Ausrichtung
auf eine Nachhaltigkeit des Gewinns ziele, während für
publikumsgeführte Unternehmen meist die Gewinnmaximierung im Fokus
stehe. Häufig werde dabei übersehen, dass die 3,1 Millionen
Familienbetriebe 93 Prozent aller Firmen in Deutschland
ausmachen und mit ihren 13,6 Millionen Beschäftigten rund
60 Prozent der Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.
„Familienunternehmen bilden eine sehr heterogene Gruppe, die zu
untersuchen uns vor einige Herausforderungen stellt”, so der
ZU-Präsident. Das FIF werde zunächst mit vier Professuren den
Fragen des Rechts, der Steuern, der Finanzierung, der Corporate
Governance und der Nachfolge sowie der Verantwortung der
Familienunternehmen nachgehen. Das Institut garantiere darüber
hinaus die qualitätvolle Ausbildung junger Menschen, betonte
Präsident Grieshaber: „Wir hoffen, dass diese dann auch hier in der
Region bleiben.”
Die IHKs Bodensee-Oberschwaben, Schwaben und Ulm unterstützen die Gründung des FIF jeweils mit einem Betrag von 125.000 Euro. Die Vertreter der regionalen Wirtschaft stellen dem Institut in einem Zeitraum von fünf Jahren somit insgesamt 375.000 Euro zur Verfügung. „Da alle drei IHK-Regionen einen hohen Anteil an Familienunternehmen aufweisen, erhoffen wir uns durch das FIF Unterstützung im Dialog mit der Öffentlichkeit und der Politik”, betonte Vizepräsident Dr. Sebastian Priller (Schwaben).
Das neue Institut werde darüber hinaus als Anlaufstelle für alle Fragen genutzt werden, mit denen Familienunternehmen sich auseinandersetzen müssten oder bei denen sie Hilfestellung und Begleitung benötigen. Mit der Anschub-Finanzierung sei auch ein Appell an die Familienunternehmer verbunden, sich gleichfalls an der Finanzierung dieser wichtigen Einrichtung zu beteiligen. Durch die enge Kooperation mit den IHKs verspreche sich das FIF einen leichteren Zugang zu Fallzahlen, die für die Forschung wichtig seien, sagte Jansen. Im engen Schulterschluss werde man gemeinsam daran arbeiten, die Bedeutung von Familienunternehmen und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft und der Politik zu stärken. Gemeinschaftsprojekte mit Familienunternehmen bildeten dafür eine wichtige Grundlage.
Prof. Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen; Dr. Peter Kulitz, Präsident der IHK Ulm; und Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm; unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung des „Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF)”.
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