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Einzelhandelskompendium
(PDF, 3,120 KB) (Dokument-Nr.: 18615)
Ulm, 24. September 2009
Nr. 150
IHK Ulm / IHK Schwaben
Rekordwerte für den Handel: Die Verkaufsfläche pro Einwohner in der Region ist fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, der Leerstand in Ulm ist extrem niedrig, die Kaufbereitschaft ist in Neu-Ulm am höchsten. Zu diesen Ergebnissen kommt das Einzelhandelskompendium, das die IHK Ulm gemeinsam mit der IHK Schwaben für die Städte Ulm und Neu-Ulm sowie für 14 Städte im Alb-Donau-Kreis, Landkreis Biberach und Landkreis Neu-Ulm erstellt hat.
Die Rekorde der Region in nackten Zahlen:
Das Thema Einzelhandel und Innenstadt betrifft direkt oder indirekt jeden. Ob als Konsument, Flaneur, Händler, Investor, Unternehmer oder Gemeinderat – fast jeder hat ein Interesse an einer attraktiven Handelssituation und auch seine subjektive Meinung darüber. Die IHK Ulm hat jetzt gemeinsam mit der IHK Schwaben ein Einzelhandelskompendium aufgelegt, in dem für 16 Städte der Region jeweils rund 20 Kennzahlen analysiert und anschaulich dargestellt werden. „Wir wollen mit diesem Nachschlagwerk, das in dieser komprimierten Form einmalig sein dürfte, einen Beitrag zur sachlichen und faktenbasierten Diskussion über die Entwicklung des Handels in unserer Region liefern”, so beschreibt Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, die Zielsetzung des Einzelhandelskompendiums.
Neben vorhandenen Daten wie der Verkaufsfläche pro Einwohner oder der Zentralität, die Auskunft darüber gibt, inwieweit eine Kommune Kaufkraft anziehen kann oder eher abgibt, haben die IHK-Mitarbeiter in allen 16 Städten die Ladenlokale in der Innenstadt genau gezählt, sie in acht Branchenkategorien eingeteilt und die Leerstandsquote erhoben.
Prägen überall gleich aussehende Filialgeschäfte die Innenstädte? Die IHK-Handelsexperten gingen den immer wieder geäußerten Vorwürfen nach und untersuchten auch den so genannten Filialisierungsgrad, d. h. den Anteil der Filialisten an allen Geschäften. Hier zeigen sich große Unterschiede. Während in Blaustein 38 Prozent aller Ladengeschäfte Filialisten sind, findet man in Laichingen (10 Prozent) und Vöhringen (12 Prozent) nur sehr wenige. In den größeren Mittelzentren Biberach (24 Prozent) und in Ehingen (22 Prozent) liegt der Anteil leicht über dem regionalen Durchschnitt von 20 Prozent. Beim Oberzentrum Ulm muss man detailliert hinschauen. In der gesamten Innenstadt beträgt der Filialisierungsgrad der rund 600 Ladenlokale moderate 26 Prozent, wenn man jedoch nur die 1a-Lage, d. h. die Hirschstraße und die Bahnhofstraße betrachtet, sind dies aber 66 Prozent.
Neben diesen Kennzahlen haben die beiden IHKs aber auch als weitere neue Information die Passantenfrequenz sowie den Anteil der Taschenträger als Hilfsgröße für diejenigen, die mit Kaufinteresse in der Innenstadt sind, gemessen. Die absolut höchste Frequenz mit 7.488 Passanten pro Stunde wurde in Ulm gezählt.
Mit weitem Abstand folgen Biberach mit 1.432 Passanten pro Stunde und Neu-Ulm mit 1.044. Bei der durchschnittlichen Passantenfrequenz, die über den ganzen Tag verteilt gemessen wurde, liegt Ulm mit 4.375 Passanten pro Stunde wieder ganz vorne, gefolgt von Biberach mit 765 und Ehingen mit 759.
Im Vergleich dazu sieht es in Vöhringen (77 Passanten pro Stunde), Erbach (112) und Langenau (124) ziemlich schwach aus. Um die Passantenzahlen untereinander einigermaßen vergleichbar zu machen, haben die IHK-Handelsexperten die Passantenfrequenz durch die Einwohnerzahl geteilt. Und hier ist dann erstaunlicherweise Bad Schussenried mit Abstand auf Platz 1, gefolgt von Ulm, Blaubeuren und Laichingen. Am Ende der Tabelle auch hier Vöhringen, Erbach und Langenau.
Die Analyse der Taschenträger als Indikator für die Passanten, die Kaufinteresse haben, liefert interessante Ergebnisse: Neu-Ulm ist mit 88 Prozent deutlicher Spitzenreiter, gefolgt von Ulm (79 Prozent) und Weißenhorn (67 Prozent). Im Durchschnitt trugen 58 Prozent aller Passanten eine Tasche mit sich. Am unteren Ende der Skala befinden sich Riedlingen mit 44 Prozent, Vöhringen mit 45 Prozent und Ehingen mit 47 Prozent.
„Das Handelskompendium zeigt eindeutig, dass wir in unserer Region einen quantitativ und qualitativ hervorragenden Handelsbesatz haben. Bei geplanten großflächigen Handelserweiterungen müssen wir genau hinschauen, in welchen Branchen wirklich Bedarf besteht und wo man die Gefahr für ein Ausbluten der Innenstädte erhöht”, sind sich Bernd Radtke, Geschäftsführer der IHK Ulm und Autor der Studie, sowie Oliver Stipar, für den Landkreis Neu-Ulm zuständiger Regionalgeschäftsführer der IHK Schwaben, einig. Die IHKs sind als Träger öffentlicher Belange durch die Abgabe von Stellungnahmen am Genehmigungsprozess von großen Einzelhandelsprojekten beteiligt und sehen ihre Aufgabe in der Sicherstellung einer raumverträglichen Handelsentwicklung in der gesamten Region, aber auch in den einzelnen Kommunen.
Um die Entwicklungen aufzeigen zu können und eine nachhaltige Analyse der Handelssituation in der Region tätigen zu können, planen die IHK Ulm und die IHK Schwaben dieses grenzüberschreitende Projekt alle zwei Jahre neu aufzulegen und der Öffentlichkeit wie den kommunalen Gremien vorzustellen.
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