Zehn Jahre Runder Tisch – Krisenmanagement bei der IHK Ulm
Der Runde Tisch ist eine Erfolgsgeschichte: In zehn Jahren wurde 400 Unternehmen geholfen und 4.000 Arbeitsplätze in der Region Ulm erhalten.
Ulm, 8. Dezember 2009
Nr. 196
„Den Runden Tisch gibt es seit zehn Jahren. Er ist eine Erfolgsgeschichte par excellence und setzt an der richtigen Stelle an“, sagt Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der
IHK Ulm. In diesem Jahr wurden bislang 70 Projekte betreut.
Der Runde Tisch ist ein Beratungsprojekt für Unternehmen in der Krise, das von der KfW-Mittelstandsbank finanziert wird. Firmen, die daran teilnehmen, erhalten kostenfrei bis zu zehn Beratungen, die eine intensive Problemanalyse und das Aufzeigen von Lösungsschritten einschließlich des Bankgesprächs beinhalten. Durch die Spezialisierung der Berater auf die verschiedensten Branchen und Anlässe liegt die Erfolgsquote beim Runden Tisch bei erstaunlichen 74 Prozent.
Den Ratsuchenden sitzen am Runden Tisch erfahrene und von der KfW zertifizierte und akkreditierte Berater gegenüber, die von der IHK aus dem Pool von etwa 40 Spezialisten ausgewählt werden. Mal ergreifen Unternehmer selbst die Initiative und wenden sich an die IHK, gelegentlich empfiehlt es ihnen die Hausbank oder der Steuerberater oder sie sind durch die Informationsveranstaltung darauf aufmerksam gemacht worden.
Letztlich drehen sich die Beratungsgespräche immer um drei wesentliche Themen: 35 Prozent stecken in der Ertragskrise, weil der Gewinn schrumpft. Etwa ein Drittel der Firmen steuert auf eine Liquiditätskrise hin. Selbst scheinbar gesunde Unternehmen sind davon betroffen, wenn das Forderungsmanagement zu wünschen übrig lässt.
In 10 Prozent aller Fälle ist die Beziehung zur Hausbank gestört. Hier empfiehlt es sich, zwischen Bank und Unternehmen das große Schweigen zu vermeiden und rechtzeitig miteinander zu reden, so die Erfahrung der Berater. Oftmals schlüpft der Berater dabei in die Rolle eines Moderators, der zwischen den Parteien vermittelt und wieder eine stabile Geschäftsgrundlage schafft.
Die IHK Ulm bietet ihren Mitgliedern eine große Palette hilfreicher Erstinformationen oder Erstberatungen bei Fragen des Rechts, der Finanzierung und der Außenwirtschaft – und diese sind auch kostenfrei. Ob daraus ein „Runder-Tisch“-Projekt entsteht, entscheidet sich von Fall zu Fall. Eine weitergehende Beratung, die mehrere Tage oder Wochen dauert, darf, will und kann die IHK nicht anbieten, hierfür gibt es zahlreiche freiberufliche Unternehmerberater oder Beratungsunternehmen. Da diese aber oft mit vierstelligen Tageshonoraren arbeiten und weil vor allem kleinere mittelständische Unternehmen, die in eine Krise geraten sind oder drohen, in eine Krise zu geraten, diese Beträge nicht zahlen können, deckt die KfW mit ihrem geförderten „Runder-Tisch“-Projekt, das die IHK organisiert, eine Marktlücke ab.
Die Umsetzung müssen die Unternehmer dann entweder aus eigener Kraft leisten oder können seit dem 1. April 2009 die neue Turn-Around-Beratung von der KfW-Mittelstandsbank in Anspruch nehmen. Dieses Programm richtet sich an kleinere und mittlere Betriebe. Die KfW fördert die Arbeit ihrer gelisteten Berater in den alten Bundesländern bis zu einem Honorar von 8.000 Euro mit 50 Prozent. Voraussetzung ist eine Schwachstellenanalyse eines unabhängigen Beraters, wie z. B. durch den Runden Tisch der IHK. Dieses Förderangebot ist sehr sinnvoll, da es sich nahtlos an den Runden Tisch anschließt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Unternehmen frühzeitig an die IHK Ulm herantreten, damit ein bestmöglicher Erfolg in der Beratung erzielt werden kann.
