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PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Rotstift darf nicht bei der frühkindlichen Bildung und der Kinderbetreuung ansetzen

IHK Ulm kritisiert angekündigte Sparmaßnahmen des Landes und der Kommunen

Ulm, 22. Oktober 2009

Nr. 140

„Investitionen in die frühkindliche Bildung und die Kinderbetreuung sind Investitionen in die Zukunft und bestens angelegtes Geld”, mit diesen Worten kritisierte IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle beim landesweiten Treffen der KoordinatorInnen des „Hauses der kleinen Forscher” in Ulm die fiskalischen Streitigkeiten zwischen Land und Kommunen.

Anlass sind die Ankündigungen des Landes, den Orientierungsplan für Kindergärten nicht verbindlich vorzuschreiben, um finanziellen Auseinandersetzungen mit den Kommunen aus dem Weg zu gehen. Das ist aus der Sicht der IHK Ulm der falsche Weg. Denn in Kindergärten sind Bildungsinvestitionen besonders effektiv. „Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind 50 Prozent der geistigen Entwicklung eines Kindes bis zum 6. Lebensjahr abgeschlossen. Wo also könnte man Geld besser investieren als in die frühkindliche Bildung”, erläutert Otto Sälzle die Position der IHK Ulm. Wenn der Bildungsplan nicht verbindlich erklärt wird, wäre es jeder Kommune überlassen, ob und inwieweit sie ihn umsetzt.

Gerade bei der frühkindlichen Bildung ist es aus Gründen der Chancengerechtigkeit nach Auffassung der IHK Ulm zwingend notwendig, dass die Bildungsstandards in allen Kindergärten gleich verbindlich vorgeschrieben sind. Um allen Kindern gleiche Chancen zu ermöglichen, fordert die IHK Ulm zudem die Einführung einer zweijährigen Vorschulpflicht.

Denn bis zu 70 Prozent der Kinder eines Jahrgangs mit Migrationhintergrund sind bei der Einschulung sprachauffällig. „Diesen Misstand können wir nur dadurch beseitigen, dass alle Kinder mindestens zwei Jahre verpflichtend eine Vorschule besuchen müssen”, fordert IHK-Hauptgeschäfts­führer Otto Sälzle.

Mit dem „Haus der kleinen Forscher” setzt sich die IHK Ulm für die Verbesserung der Zukunftschancen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich ein. Erzieherinnen und Erzieher werden in Workshops ausgebildet, Kinder für Naturwissenschaften und Technik zu interessieren und möglichst zu begeistern. Bisher wurden in der IHK-Region Ulm 550 Erzieherinnen und Erzieher von 210 Kindergärten in Workshops geschult. Für die Gestaltung des Kindergartenalltags erhalten die Kindergärten von der IHK Ulm Materialien zum Experimentieren kostenlos zur Verfügung gestellt.

DOKUMENT-NR. 18888

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