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PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Schwaben glänzt: Theater, Literatur und Musik aus Schwaben

Eine Kultur-Initiative der IHK Ulm und der
Theaterei Herrlingen

Ulm, 29. Juni 2009

Nr. 104

Mit der Reihe „Schwaben glänzt” rücken die IHK Ulm und die Theaterei Herrlingen den faszinierenden Kulturraum links und rechts der Donau ins Bewusstsein. Die Initiative wurde 2008 angestoßen und findet jährlich statt.

Die ausgewählten Stücke werden an mehreren Veranstaltungsorten im schwäbischen Raum aufgeführt, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kulturträgern. Unterstützt wird die Initiative von heimischen Unternehmen.

„Die Vielfalt Schwabens soll deutlich werden, einer Region, die nicht nur durch eine starke Wirtschaft, Tüftler und Techniker geprägt ist. Schwaben ist genauso ein Kultur- und Dichterland ohnegleichen”, sagt dazu Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm.

In Schwaben entstanden viele Kunstwerke, die zur Weltliteratur gehören. Dazu gibt es eine Fülle an Autoren, die diese Region und seine Menschen beschrieben haben. In einer Zeit der Globalisierung ist ein Besinnen auf die eigenen Wurzeln keineswegs einengend, sondern kann sehr befreiend sein, so meinen die Initiatoren.

„Schwäbisch ist selbst bei uns Schwaben in Misskredit geraten. Dabei darf aber eines nicht vergessen werden: Schwäbisch ist kein Dialekt oder verschlamptes Hochdeutsch, Schwäbisch ist eine eigene Sprache mit einer Grammatik und mit einem eigenen Wortschatz, dessen Farbigkeit und Trefflichkeit weit über das Schriftdeutsche hinausgeht”, so Wolfgang Schukraft, Leiter der Theaterei Herrlingen. Die Schwaben könnten stolz sein auf die Vielfalt ihrer Kultur, so meint der Theatermacher.

Spielplan 2009

Schwaben glänzt
2009

Der Vogel lässt das Singen nicht
Komödie aus Schwaben von Alfred Weitnauer
mit einem Vorspiel von Jörg Ehni

Dass Schwaben recht Aufsehen erregende Originale vorbringen, ist unbestritten. Ein besonders origineller Kopf war der Pfarrer Ritter Michael von Jung (*29. September 1781, Saulgau, – 24. Juli 1858, Tettnang).

Alfred Weitnauer hat über ihn ein wundervoll komisches Theaterstück geschrieben, das nicht nur Schwaben, sondern auch Nicht-Schwaben große Freude macht und ganz nebenbei auch etwas über die Schwaben erzählt. Vor vielen Jahren war diese Komödie mit großem Erfolg im Fernsehen zu sehen, besetzt mit Willy Reichert und Dieter Borsche.

Im Zentrum des Geschehens steht der Pfarrer Michael von Jung. Er war zu seiner Zeit so etwas wie ein Pop-Star. Seine Bühne und Kanzel war der Friedhof. Die von ihm gehaltenen Beerdigungen waren das, was man heute ein Event nennen würde. Sich selbst mit der Gitarre begleitend sang er Beerdigungslieder. Ein Spektakel, das die Massen mobilisierte. Kein Wunder, dass er damit bei der kirchlichen Obrigkeit schlecht ankam. Eines Tages erscheint der Domkapitular Stolzenberg (natürlich ein Norddeutscher) in Kirchdorf an der Iller, um Pfarrer von Jung zur Raison zu rufen. Doch er und seine Haushälterin haben – als echte Schwaben – keine Lust, so ohne weiteres vor der Obrigkeit in die Knie zu gehen.

Pressestimmen: „Das knitze schwäbische Original, ausgestattet mit Schlagfertigkeit, Sturheit und unverhohlener Eitelkeit, das ist bei Walter Frei ein sinnenfrohes Wesen, das einfach nicht anders kann, als von sich und seinem Tun überzeugt zu sein. ... Diesem Pfarrer muss man als Domkapitular erst einmal Paroli bieten. Walter von Have kann sich als gebildeter, etwas ignoranter Würdenträger durchaus behaupten. ... Der von Wilhelm Kächele überzeugend gespielte Schulmeister geht dem Domkapitular nicht auf den Leim. ... Die Haushälterin Ursl spielt Eva Maria Stumpf als knochentrockenes Lästermaul, das sich von niemand etwas sagen lässt. ... Natürlich brillieren sie zusammen, wenn sie Jungs Grablieder singen. ...

Reichlich Applaus gab es für diese leichte schwäbische Komödie.” Südwest-Presse

Jetz guck no!
Schwäbische Kabinett-Stückle
Mit Walter Frei und Wolfgang Schukraft und dem Akkordeonisten Magnus Schneider

Auf die fundamentale Frage, „ob denn die Schwaben auch Menschen wären”, wie sie der heimische Dichter Sebastian Blau vor einem guten Jahrhundert formulierte, wissen die Gelehrten bis heute keine schlüssige Antwort. Die Herrlinger Theaterei wird diesem unhaltbaren Zustand abhelfen. Unter dem Titel „Jetzt guck no” werden originelles und originales aus Schwaben von Walter Frei und Wolfgang Schukraft dargeboten. Im Mittelpunkt der schwäbischen Kabinettstückchen stehen Szenen von Willy Reichert und Oscar Heiler, die als „Häberle und Pfleiderer" zum Synonym des Schwabenhumors geworden sind. Nicht Wenigen gelten sie noch heute als „die” schwäbischen Komiker schlechthin: mit genussvoller Boshaftigkeit legten die Herren Häberle und Pfleiderer alias Oscar Heiler und Willy Reichert die kleinen und größeren Charakterfehler ihrer Landsleute bloß. Einige ihrer schönsten Dialoge präsentieren Walter Frei und Wolfgang Schukraft: Schwäbisches und Allzuschwäbisches, Knitzes und Hintersinniges, lausbübische Ironie und lebenskluge Philosophie. Die Häberle und Pfleiderer Szenen bilden quasi den Rahmen für eine ganze Reihe von Originalem und Originellem aus und über Schwaben.

Spaß mit Schiller
Scherze mit und über Friedrich Schiller zum
250. Geburtstag des Dichters

präsentiert von Walter Frei

Da wird sich mancher verwundert die Augen reiben. Spaß mit Schiller? Dass man mit Schiller (unziemliche) Scherze treibt, ist bekannt, man denke nur an die unzähligen Parodien auf Schillers Glocke. Aber das Schiller selbst zum Scherzen aufgelegt war? Walter Frei wird (neben bekannten und unbekannten Schiller-Parodien) auch ein ganzes Kapitel dem scherzenden Schiller widmen.

Ehinger Dichterhimmel
Ehinger Dichter aus fünf Jahrhunderten

Dass Ehinger nicht nur hoch hinauswollen, sondern auch hoch hinauskommen, sieht man schon, wenn man nach Ehingen hineinfährt an den himmelstürmenden Kränen. Aber nicht nur auf technischem Gebiet gehört Ehingen zur Oberklasse, sondern auch auf dem Gebiet der Literatur.

Das ist (leider) weitaus weniger bekannt. Denn auch darauf darf Ehingen stolz sein: Auf eine literarische Tradition, die vom 15. Jahrhundert bis in die Jetztzeit bedeutende Dichter und Schriftsteller hervorgebracht hat.

  • Jacob Locher (1471 – 1528)
  • Jakob Bidermann (1578 – 1639)
  • Benedikt von Wagemann (1763 – 1837)
  • Klaus Borromäus Weitzmann (1767 – 1828)
  • Michael Richard Buck (1832 – 1888)
  • Karl-Heinz Ott (1957)

Wir möchten diese Autoren würdigen und ihnen im Rahmen unseres Festivals „Schwaben glänzt” im Franziskaner-Kloster in Ehingen ein angemessenes Forum geben. Walter Frei, Germanist, Schauspieler, Herausgeber, Kenner der Oberschwäbischen Literatur und dazu begnadeter Rezitator, hat den Auftrag, über diese Dichter einen Abend zusammenzustellen, der dann nicht nur in Ehingen zu sehen und hören sein wird, sondern auch an anderer Stelle präsentiert werden kann.

Die Veranstaltungen werden unterstützt von:

  • IHK Ulm
  • OEW
  • Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Fa. Liebherr
  • Fa. ALIUD Pharma

Folgende Termine stehen fest:

  • So., 12. Juli 2009, 17 Uhr, Kloster Obermarchtal Spiegelsaal

Der Vogel lässt das Singen nicht!

  • Mi., 15. Juli 2009, 19:30 Uhr, Blaubeuren / Sommerbühne am Blautopf

Jetz guck no!

  • So., 19. Juli 2009, 20 Uhr, Langenau / Freilicht-Theater / Pfleghof (bei Regen im Pfleghofsaal)

Der Vogel lässt das Singen nicht!

  • Mi., 7. Oktober 2009, 20 Uhr, Langenau / Pfleghofsaal

Spaß mit Schiller

  • Di., 13. Oktober 2009, 20 Uhr, Laichingen / Altes Rathaus

Spaß mit Schiller

  • Mi., 14. Oktober 2009, 20 Uhr, Blaubeuren / Theater in der Talmühle

Spaß mit Schiller

  • Do., 22. Oktober 2009, 20 Uhr, Ehingen / Franziskanerkloster

Ehinger Dichterhimmel

DOKUMENT-NR. 17899

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