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Familienatlas IHK Region Ulm
(PDF, 2,135 KB) (Dokument-Nr.: 17422)
IHK Ulm legt ersten Familienatlas vor
Ulm, 8. Mai 2009
Nr. 71
Der Familienatlas der IHK Ulm zeigt die Schwächen und Stärken der Kommunen in der IHK-Region bei der Familienfreundlichkeit auf. „Viele Kommunen könnten sich noch deutlich besser auf die Bedürfnisse von Familien einstellen”, so Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm. Zu diesem Schluss kommt die von der IHK Ulm in Auftrag gegebene Untersuchung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen (IAW) zur Familienfreundlichkeit der Kommunen in der Region. Die Ergebnisse der einzelnen Kommunen sind in dem 66 Seiten starken „Familienatlas IHK-Region Ulm” zusammengefasst, der am heutigen Freitag bei einem Pressegespräch vorgestellt wurde.
Familienfreundlichkeit sei ein wesentlicher Standortfaktor für die Wirtschaft. Ob sich Fach- und Führungskräfte mit ihren Familien für die IHK-Region Ulm als Arbeits- und Wohnort entscheiden, hänge immer häufiger davon ab, welche Bedingungen sie hier vorfänden, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. „Bis 2020 fehlen uns in der Region 10.000 Akademiker. Diesem voraussehbaren Mangel an besonders qualifizierten Fachkräften müssen Wirtschaft und Politik gegensteuern”, so Sälzle weiter. Die IHK wolle mit ihrem erstmals aufgelegten Familienatlas die Kommunen dabei unterstützen, Nachholbedarf im Bereich der Kinderbetreuung zu erkennen und sich auf die demografischen Herausforderungen vorzubereiten.
„Der Familienatlas ist die erste vergleichende Analyse der Familienfreundlichkeit auf Gemeindeebene in der Region”, sagte Bernd Radtke, Geschäftsführer der IHK Ulm und Mitautor der Studie. Einbezogen wurden alle Gemeinden, die mindestens 3.000 Einwohner haben. Die Studie beleuchtet den Grad der Familienfreundlichkeit anhand von 13 Indikatoren in den drei Themenfeldern „Demografie”, „Beruf und Familie” sowie „Kinderbetreuung”. Für jeden Bereich erhielten die Gemeinden eine Ampelfarbe, die anzeigt, ob die jeweilige Kommune im grünen Bereich liegt, im gelben Warnbereich oder etwa im roten Alarmbereich.
Über alle Themenbereiche betrachtet, liegt keine der 39 untersuchten Kommunen in allen drei Themenfeldern im grünen Bereich. Als einzige Kommune schafft es Mittelbiberach bei zwei Themenfeldern „grün” zu erreichen. Je einmal „grün” erreichten zwölf Kommunen, darunter mit Dietenheim, Illerkirchberg, Illerrieden und Laichingen vier Kommunen aus dem Alb-Donau-Kreis sowie die Stadt Ulm.
Die Hälfte der untersuchten Gemeinden und Städte liegt bei einem der drei Themenfelder im roten Alarmbereich. Fünf Kommunen sind sogar bei zwei Themen im roten Bereich, darunter mit Allmendingen, Amstetten, Dietenheim und Munderkingen, vier aus dem Alb-Donau-Kreis.
Beim Themenfeld „Kinderbetreuung” erreichen nur sieben von 39 untersuchten Gemeinden den grünen Bereich. Mit Dietenheim, Illerkirchberg, Illerrieden und Laichingen liegen vier davon im Alb-Donau-Kreis. 27 Kommunen liegen im gelben Warnbereich und fünf sogar im roten Alarmbereich, darunter mit Allmendingen und Munderkingen, zwei aus dem Alb-Donau-Kreis. Diese Ergebnisse zeigen einen Nachholbedarf an. Das Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten steuern die Kommunen weitgehend selbst. Hier eröffnen sich deshalb Chancen, die Familienfreundlichkeit noch zu steigern.
Die Universitätsstadt Ulm erhält als einzige Kommune beim Thema „Beruf und Familie” die Ampelfarbe Grün. Punkten kann Ulm vor allem mit einer hohen Beschäftigungsquote der Frauen. Dies hängt mit dem großen Angebot an Arbeitsplätzen zusammen, das auch von Einpendlerinnen genutzt wird. Daraus ergibt sich ein entsprechend großer Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten. Im Vergleich mit anderen Stadtkreisen schneidet Ulm gerade hier jedoch noch nicht so gut ab. Laut Statistischem Bundesamt lag Ulm im März 2008 unter den 116 Stadtkreisen Deutschlands bei der Kinderkrippenbetreuung auf Rang 64 und bei der Ganztagesbetreuung im Kindergartenbereich sogar nur auf Platz 110.
Mit dem vom Land Baden-Württemberg verkündeten Grundsatz „Das Geld folgt dem Kind” sollte sich für Einpendlerinnen und deren Kinder künftig etwas ändern. Leider will die Stadt Ulm aber auswärtige Kinder nur in Ausnahmefällen in städtischen Kindergärten aufnehmen, so die Auskunft von Seiten der Stadt. „Das kann aus unserer Sicht nicht das letzte Wort sein”, so IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle.
Die Ergebnisse der Untersuchung sind aus Sicht der IHK Ulm eine Aufforderung an die Kommunen, weitere Anstrengungen bei der Familienfreundlichkeit zu unternehmen und damit um Einwohner für die Gemeinde sowie um Fach- und Führungskräfte für die Unternehmen zu werben.
(v.l.n.r.) Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer IHK Ulm; Dr. Raimund Krumm, Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen (IAW); und Bernd Radtke, Geschäftsführer IHK Ulm, präsentieren den Familienatlas IHK-Region Ulm.
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