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Mit dem Zusammenbruch der jungen New Economy zu Beginn des neuen Jahrtausends nahmen auch die Medienberichte über diese ursprünglich gefeierte junge Branche merklich ab. Viele Geschäftsmodelle der hemdsärmeligen Gründer sind bereits in Vergessenheit geraten und ihre Aktien dümpeln im einstelligen Euro-Bereich.
Was bleibt: Der Informations- und Kommunikationssektor (IuK-Sektor) hat in den vergangenen zehn Jahren dennoch nachhaltige Veränderungen bewirkt. E-Mails, Handys, Computer und PDAs sind gar nicht mehr wegzudenken aus der modernen Medien- und Kommunikationsgesellschaft. Sie werden mittlerweile als selbstverständlich hingenommen und oftmals nicht in Zusammenhang mit den beachtlichen wirtschaftlichen Leistungen dieses Sektors gebracht.
Langfristiges Wachstum sehr positiv: Es ist mit Sicherheit verfehlt, nur die Entwicklung seit dem Platzen der so genannten Internet-Blase zu betrachten. Legt man einen langfristigen Vergleich an, so zeigt sich das Wachstum der Informations- und Kommunikationstechnologie positiver und umfassender als gemeinhin angenommen. Beispielsweise stieg die Leistung je Arbeitsstunde im IuK-Sektor seit Mitte der neunziger Jahre um knapp 60 Prozent an. Der IuK-Sektor wuchs in den vergangenen zehn Jahren mehr als sechsmal so schnell wie das gesamtwirtschaftliche Mittel.
Dienstleistungen haben den größten Stellenwert: Den weitaus größten Anteil im IuK-Sektor machen die Dienstleistungen mit fast 80 Prozent aus. Deren reale Wertschöpfung erhöhte sich seit 1995 um knapp 90 Prozent, die Zahl der Erwerbstätigen stieg um fast achtzehn Prozent. Vor allem der Wirtschaftszweig Datenverarbeitung verzeichnete ein Wachstum von 160 Prozent mit einem Beschäftigungsaufbau von 86 Prozent. Auf der anderen Seite musste das Druck- und Verlagsgewerbe dadurch teilweise empfindliche Umsatzeinbußen in der Bruttowertschöpfung hinnehmen. Über einen Sechs-Jahres-Zeitraum gerechnet, wuchsen die digitalen IuK-Hersteller seit Mitte der neunziger Jahre bis heute mit über 90 Prozent.
Privatnutzung und Wettbewerbsfähigkeit fördern: Der private Gebrauch von IuK-Technologien bei deutschen Verbrauchern bleibt eine starke Größe. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist inzwischen online. Es gibt 65 Millionen Mobiltelefone!! Es gibt fast 5 Millionen Breitbandanschlüsse. D. h. jeder Haushalt verfügt über 2 Mobiltelefone. 130 Milliarden Euro wurden 2003 im Bereiche Business umgesetzt. Entscheidungen wie die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) müssen unterstützt werden, damit noch mehr Wettbewerb und Dynamik in diesem Sektor ermöglicht wird.
Digitaler Trend ungebrochen: Der Trend zur Nutzung digitaler Technologien wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Damit ist der revolutionäre Aufstieg der IuK-Industrien seit Mitte der neunziger Jahre nicht beendet, sondern findet den evolutionären Übergang in der Nutzung von IuK-Technologien in der gesamten Gesellschaft. Über 70 Prozent der IT-Unternehmen erwarten für das kommende Jahr Auftragszuwächse. Dieser Branchenoptimismus ist realistisch und trägt nicht das Stigma einer erwartungsbedingten Überhitzung, da diese Branche ihr Waterloo schon hinter sich hat.
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