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Die Staaten der Eurozone haben beschlossen, ein 30-Mrd.-Euro-Paket für Griechenland bereitzustellen – als Feuerlöscher für den Notfall. Zuvor waren die Kreditkosten für das Land an den internationalen Finanzmärkten auf über 7,5 Prozent hochgeschnellt. Griechenland sitzt auf immensen Schulden, die in diesem Jahr fast 300 Mrd. Euro und damit über 120 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes erreichen dürften. Die griechische Regierung fährt seit Monaten einen strikten Sparkurs und betont, dass das Land die Krise aus eigener Kraft bewältigen könne.
Euro unter Beobachtung
Das Rettungspaket
hat die Märkte zwar beruhigt und die Risikoaufschläge gedämpft. Für
einen Euro waren wieder 1,36 Dollar zu zahlen, nachdem er seit
Jahresanfang von 1,45 auf 1,32 Dollar gerutscht war. Damit sind die
Zahlungsprobleme aber keineswegs gelöst – weder in Griechenland
noch in anderen Staaten mit Finanzierungsschwierigkeiten. Zudem:
Müssen die Euro-Länder einspringen, reißt das zusätzliche Löcher in
deren Etats. Darüber hinaus könnte die Kreditzusage die eine oder
andere Regierung verleiten, selbst weniger Wert auf
Haushaltsdisziplin zu legen. Folge könnte eine ganze Kettenreaktion
notwendiger Rettungsmaßnahmen sein.
Stabilitätskriterien mehrfach verletzt –
Die Einhaltung der Euro-Stabilitätskriterien dient der Sicherung
der Währungsstabilität. Die Kriterien – maximaler Schuldenstand von
60 % des BIP und jährlich höchstens 3 Prozent Neuverschuldung –
verlangen eine disziplinierte Haushaltspolitik. Schon vor der
Wirtschafts- und Finanzkrise wurden die Regeln des Öfteren
verletzt. Die Sanktionsmechanismen reichten nicht, um genügend
Druck auszuüben. Gegen Griechenland etwa läuft bereits seit einem
Jahr ein EU-Defizitverfahren, das die Zuspitzung der
Haushaltssituation auch nicht verhindern konnte. Dass eine
Haushaltskonsolidierung selbst bei scheinbar aussichtslosem
Schuldenstand möglich ist, zeigt das Beispiel Belgien: Das Land hat
seine Staatsschulden von über 125 prozent in den 90er-Jahren bis
2007 auf 84 Prozent reduziert.
– Wettbewerbsfähigkeit vernachlässigt
Die
steigenden Staatsschulden gingen in einigen Euro-Ländern mit hohen
Außenhandelsdefiziten einher und mündeten in eine hohe
Auslandsverschuldung. Neben Griechenland ist hier insbesondere
Portugal betroffen. Importiert wurden dabei häufig nicht
Investitions-, sondern Konsumgüter. Insbesondere in Spanien und
Irland wurden Blasen in der Bauwirtschaft befeuert. Gerade in
Griechenland haben ausufernde Staatsausgaben zudem privates
Engagement verdrängt.
Krise als Weckruf nutzen
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