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INTERNATIONAL

Serbien: Der Donau-Radwanderweg in Serbien

Donau-Radwanderweg

Der Donau-Radwanderweg ist einer der beliebtesten und schönsten Fernradwege in Europa. Bisher konnten Radfahrer vom baden-württembergischen Sigmaringen bis nach Budapest radeln und dabei die einzigartige Naturlandschaft der wechselhaften Donauregionen genießen. Nun wurde die Strecke bis zur Donaumündung am Schwarzen Meer verlängert. Die Strecke umfasst eine Gesamtlänge von 2.700 km. Maßgeblich an dem Ausbau war die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) beteiligt, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) rund 200.000 Euro in den Ausbau des Donau-Radwanderwegs in den Länder Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien investiert hat. Durch die Zusammenarbeit konnten die Fahrradwege ausgebaut und beschildert sowie geeignetes Kartenmaterial erstellt werden.

Der gesamte Donauradweg ist nun auch Teil der EuroVelo Route 6, auf der man per Fahrrad Europa von West nach Ost vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer durchqueren kann.

Der Radwanderweg in Serbien

Das Teilstück in Serbien verlängert den gesamten Donau-Radwanderweg um 674 km und stellt eine Verbindung zwischen Ungarn und Bulgarien her. Auf der Route liegen Städte wie Novi Sad und Belgrad mit ihren Sehenswürdigkeiten sowie auch prächtige Naturlandschaften wie z.B. der Donaudurchbruch am Eisernen Tor. Insgesamt sind der Radwanderweg und die dazugehörige Infrastruktur in Serbien noch weitestgehend im Aufbau. Bett&Bike-Angebote, Fahrradservice, Ausschilderung befinden sich noch in der Entwicklung. Abenteuerlustige Fahrradpioniere werden jedoch mit einzigartigen Impressionen belohnt.

Start in der Vojvodina

An der Grenze zu Ungarn beginnt das serbische Teilstück des Radwanderwegs in der autonomen Provinz Vojvodina. Dass hier eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Dorf- und Stadtbildern aus Ungarn und Österreich besteht liegt daran, dass die Vojvodina bis zu den Friedensverträgen des I. Weltkrieges zur Habsburger K.u.K.-Monarchie gehört hat. Ein Hauch des damaligen Flairs versprüht noch heute die Stadt Sombor mit seinem klassizistischen Nationaltheater und dem im eklektischen Stil erbauten Kronic Palast sowie vielen weiteren sehenswerten Gebäuden..

Von Sombor aus hat man zwei Möglichkeiten zur Weiterfahrt bis in das ca. 150 km entfernte Backa Palanka. Entweder man bleibt links der Donau auf dem serbischen Weg. Diese Route führt über freundliche Kleinstädte wie Apatin und Bac mit ihren sehenswerten Festungen. Oder man fährt die vier Kilometer längere Donauroute über Kroatien. Auf dieser Strecke durchquert man Osijek bzw. Vukovar und kommt bei Backa Palanka wieder zurück nach Serbien. Dieses grenzüberschreitende Teilstück des Donau-Radwanderwegs zeugt von einer engagierten Zusammenarbeit der einstigen Kriegsgegner. Osijek präsentiert sich heute mit einem modernen Freizeitgelände, großzügigen Parkanlagen und der Festung Tvrdja. Lohnenswert ist auch ein Abstecher zum 13 km entfernten Naturpark „Kopacki rit”, wo beeindruckende Naturexkursionen zu Wasser angeboten werden.

Novi Sad

Wieder zurück auf der serbischen Uferseite sind es von Backa Palanka nur noch 45 km bis in die Hauptstadt der Vojvodina, nach Novi Sad. Auch hier findet man die Spuren der alten Donaumonarchie. Novi Sad wurde 1694 nach der Eroberung des Gebiets durch die Habsburger unter Prinz Eugen von Savoyen gegründet. Das Stadtzentrum wurde im barocken Stil erbaut. Zu den bedeuteten Bauwerken der Stadt gehören die Kathedrale, das Rathaus sowie die am gegenüberliegende Festung Petrovaradin, die 1694zur Absicherung des Habsburgerreiches gegen die Osmanen errichtet wurde.

Belgrad - die „Weiße Stadt”

Knapp 100 Kilometer nach Novi Sad führt der Radweg auf der rechten Seite der Donau direkt in die serbische Hauptstadt Belgrad. Auf der fünf Kilometer langen Einfahrt vom Belgrader Vorort Zemun in das Zentrum der Hauptstadt tun sich vielfältige Eindrücke auf. Nach dem Ortskern mit der idyllischen Hauptstraße Glavna Ulica reiht sich Restaurant an Restaurant am Donauufer. Entlang des Flusslaufes passiert man die Mündung der Save in die Donau und erblickt das Belgrader Stadtzentrum mit seiner Michaelskathedrale und der Festung Kalemegdan. Diese Festung wurde im 18. Jahrhundert unter der österreichischen Besatzung zu einer der stärksten Befestigungsanlagen in Europa ausgebaut. Heute bietet der große Park um die Festung eine vorzügliche Oase der Ruhe. An der Savebrücke werden die Radfahrer mittels eines speziellen Rad-Lifts 20 Meter tiefer vor dem Belgrader Hafen abgesetzt. Im Herzen der City tut sich ein völlig anderes Bild auf. Geschäftiges Treiben füllt die Straßen, an denen sich Cafes, Restaurants, Galerien und Geschäfte aneinander reihen.

Das Eiserne Tor

Nach 15 Kilometer durch Belgrad und dem Wechsel auf das linke Donauufer rollen die Räder nach Pancevo, einer serbischen Stadt am nördlichen Donauufer, zu. Von dort aus geht es 107 km weiter nach Ram, von wo aus die Donau den Grenzfluss zwischen Rumänien und Serbien bildet. Etwa 20 Kilometer nach Veliko Gradiste erreicht die Route die mit 5,7 km breiteste Stelle der Donau, bevor sie dann wieder abrupt von hohen Kalkfelswänden in die Zange genommen wird. Am südlichen Ufer der Donau liegt die Hafenstadt Golubac mit seiner berühmten Festungsanlage. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Festung war mit seiner imposanten Lage eine der strategisch wichtigsten Verteidigungspunkte gegen die Osmanen. Diese Festung zählt heute zu den am besten erhaltenen in ganz Serbien.

Weiter geht es auf der wenig befahrenen, in den Fels gehauenen Straße durch den Derdap-Nationalpark bis Lepenski Vir. Die dort gefundenen neolithischen Steinskulpturen zählen international zu den wertvollsten ihrer Art.

Schließlich tut sich 75 Kilometer nach der breitesten Stelle der Donau nicht nur der Blick auf ihre engste Passage zwischen Mali und Veliki Kazan auf, sondern vermutlich auch der landschaftlich beeindruckendste Abschnitt der serbischen Donau – das „Eiserne Tor”.

Das Eiserne Tor ist ein Durchbruchtal der Donau. Bis zu seiner Entschärfung 1972 galt dieser Teil als der für die Schifffahrt gefährlichste Flussabschnitt der Donau. An der schönste Stelle des imposanten Taldurchbruchs wir die Anstauung der Donau auf 200 Meter Breite und 120 Meter Tiefe reduziert. Auf beiden Seiten liegen Naturschutzgebiete.

Ausführliche Informationen zu dem Teilabschnitt des Donau-Radwanderwegs in Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien findet man unter der Internetadresse www.dunav-info.org.

Wichtige Internetadressen Serbien

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