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AUS- UND WEITERBILDUNG

Ausbildungsumfrage 2011

Ergebnisse der Ausbildungsumfrage 2011

Die IHKs haben im Februar bundesweit Ausbildungsbetriebe zur Ausbildungs­situation befragt. Größtes Ausbildungshemmnis ist die mangelnde Ausbildungsreife, größte Herausforderung die Bewältigung der Demografie. Die wichtigsten Ergebnisse im Vergleich regional und bundesweit.

1. 90 Prozent der Unternehmen in der Region wollen ihr Angebot an Ausbildungsplätzen steigern oder stabil halten

Die Situation am Ausbildungsmarkt wird in unserer Region deutlich positiver beurteilt als im Bundesdurchschnitt: In unserer Region halten 63 Prozent der Betriebe ihr Ausbildungsplatzangebot stabil, 2 Prozent mehr als im Bundesgebiet. Nur 10 Prozent der Betriebe in der Region haben vor ihr Ausbildungsplatzangebot zu reduzieren, bundesweit haben dies 17 Prozent vor. 27 Prozent der befragten regionalen Unternehmen wollen ihr Ausbildungsplatzangebot noch steigern. Das sind 17 Prozent mehr als 2010 und 5 Prozent mehr als im Bundesgebiet.

2. Sicherung des Fachkräftebedarfs bestimmend für das Angebot an Ausbildungsplätzen und für die anschließende Übernahme der Auszubildenden

In der Region ist bei 75 Prozent der Unternehmen die Sicherung des Fachkräfte­bedarfs ausschlaggebend für das Angebot an Ausbildungsplätzen. Im Bundes­durchschnitt haben die Sicherung des Fachkräftebedarfs bei 55 Prozent und die Geschäftserwartungen bei 24 Prozent der Unternehmen einen entscheidenden Einfluss. Dieser hohe Wert zeigt, dass sich der Fachkräftemangel in unserer Region deutlich stärker ausgewirkt hat und die Unternehmen entsprechend darauf reagieren.

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist deshalb für viele Unternehmen zum Leitmotiv im Personalmanagement geworden. So beabsichtigen auch 79 Prozent der regionalen Unternehmen den Großteil ihrer Auszubildenden (mehr als 75 Prozent) nach der Ausbildung zu übernehmen, bundesweit haben dies nur 54 Prozent vor. Für die Entscheidung zur Übernahme ist bei 93 Prozent die Sicherung des Fachkräfte­bedarfs bestimmend. Im Bundesgebiet benennen diesen Grund nur 80 Prozent der Unternehmen.

3. Ein Fünftel der Unternehmen kann nicht alle Stellen besetzen

21 Prozent der Unternehmen (24 Prozent bundesweit) können derzeit nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. In der IHK-Region führen dies 67 Prozent der betroffenen Unternehmen auf fehlende geeignete Bewerber zurück, bundesweit sind es 65 Prozent. In Zukunft wird sich diese Problematik durch den Rückgang der Schulabgängerzahlen noch verschärfen.

4. Ausbildungshemmnis Nr. 1 ist weiter die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger

43 Prozent der regionalen Unternehmen klagen über Ausbildungshemmnisse (46 Prozent bundesweit).

Für 93 Prozent der Unternehmen in der Region, auf die sich Ausbildungshemmnisse auswirken, ist die mangelnde Ausbildungsreife mit Abstand das größte Ausbildungshemmnis (bundesweit 78 Prozent). In der Beurteilung der regionalen Unternehmen ist die mangelnde Ausbildungsreife als Ausbildungshemmnis Nr. 1 gegenüber 2010 sogar um 19 Prozent angestiegen.

Die mit Abstand am häufigsten benannten Bereiche mangelnder Ausbildungsreife in der Region sind: Elementare Rechenfertigkeiten mit 61 Prozent und das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen mit 59 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind diese Bereiche mit 48 Prozent bzw. 53 Prozent ebenfalls die am häufigsten benannten Problembereiche.

Trotz aller Reformen in den Schulen hat sich in den letzten Jahren die Ausbildungs­reife der Schulabgänger weiter verschlechtert. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, wenn Konkurrenzfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen nicht nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen werden sollen.

Verschärft wird die Problematik durch die beobachteten Defizite bei den persönlichen und sozialen Kompetenzen, wie Leistungsbereitschaft und Motivation oder Umgangsformen. Fast die Hälfte der Unternehmen sieht hier große Probleme.

5. Als Reaktion auf die mangelnde Ausbildungsreife bieten inzwischen fast zwei Drittel der Unternehmen Nachhilfe an

Im Rahmen der Ausbildung bieten inzwischen 61 Prozent der Unternehmen (bundes­weit 56 Prozent) unterstützende Nachqualifizierungen an, um die Wissens­lücken zu beheben. 44 Prozent nutzen dafür die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Agenturen für Arbeit. 22 Prozent der Unternehmen sehen die Einstiegsqualifizierung als geeignetes Instrument zur Verbesserung der Ausbildungsreife an.

Die Sicherstellung der Ausbildungsreife durch die Schulen ist der Schlüssel zu mehr Ausbildungsplätzen. Die zusätzlichen Belastungen der Unternehmen zur Beseitigung der Defizite reduzieren ihre Möglichkeiten, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Kleinere Unternehmen haben häufig gar nicht die personellen Ressourcen, um schwächere Jugendliche intensiv zu begleiten.

6. Gewinnung von Auszubildenden wird für die Unternehmen immer aufwändiger

48 Prozent der Unternehmen setzen bei der Gewinnung von Auszubildenden auf Kooperationen mit Schulen (bundesweit 29 Prozent) und 44 Prozent wollen ihr Ausbildungsmarketing verbessern (bundesweit 24 Prozent). Außerdem haben 27 Prozent der Unternehmen vor, die Kooperation mit Hochschulen zu verstärken, z. B. beim Angebot von dualen Studiengängen (bundesweit 10 Prozent).

Das wichtigste Medium zur Werbung für Ausbildung ist das Internet. 77 Prozent der Unternehmen nutzen es. 59 Prozent setzen auf Anzeigen in Printmedien, 63 Prozent  auf die Direktwerbung an Schulen. 30 Prozent beschreiten auch andere Wege und beteiligen sich z. B. an Bildungsmessen.

Auf den direkten Dialog mit den Jugendlichen im Web setzen allerdings in unserer Region nur 4 Prozent der Unternehmen. Bundesweit nutzen 12 Prozent der Unternehmen soziale Netzwerke.

Fazit

Die Unternehmen in unserer Region haben erkannt, dass die eigene Berufsausbildung junger Menschen das wirksamste Instrument gegen den Fachkräftemangel ist.

Bis zum Schuljahr 2016 werden in der Region gegenüber 2007 rund ein Fünftel weniger Schüler die allgemein bildenden Schulen besuchen. Die Unternehmen stellen sich auf diesen Rückgang an Bewerbern ein und investieren in Aus- und Weiterbildung.

Entscheidende Impulse auf den Ausbildungsmarkt lassen sich durch eine Verbesserung der Ausbildungsreife der Schulabgänger erzielen.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen bietet zur Beseitigung von Wissenslücken zusätzliche unterstützende Qualifizierungen für ihre Auszubildenden an. Kleinere Unternehmen können dies aber nur selten leisten.

Die Gewinnung von Auszubildenden wird für die Unternehmen immer aufwändiger.

Weitere Informationen zur bundesweiten IHK-Ausbildungsumfrage 2011 unter

http://www.dihk.de/presse/meldungen/2011-04-11-ausbildungsumfrage

DOKUMENT-NR. 20362

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