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Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in Hannover hat am 21. Dezember 2011 den Rohstoffsituationsbericht 2010 für Deutschland vorgelegt. Darin wird insbesondere auf das Verhältnis zwischen importierten und selbst produzierten Rohstoffen eingegangen. Insgesamt hat Deutschland im Jahr 2010 Rohstoffe im Wert von 17,7 Milliarden Euro produziert, unter anderem 184,8 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl, 13,7 Millionen Kubikmeter Erdgas/Erdölgas sowie etwa 573,5 Millionen Tonnen an mineralischen Rohstoffen. Dem gegenüber stehen importierte Rohstoffe im Gesamtwert von etwa 109,3 Milliarden Euro.
Nach dem Bericht der DERA ist bei allen Rohstoffgruppen im Vergleich zum Vorjahr 2009 ein Anstieg beim Import zu verzeichnen. Es wurden mit einem Plus von 66,8 Prozent wieder deutlich mehr Metallrohstoffe eingeführt. Die Ausgaben für Industrieminerale stiegen um 33,3 Prozent, das Ausgabenplus für Energierohstoffe fiel mit 15,1 Prozent hingegen etwas geringer aus. Der größte Teil der Importausgaben entfiel wie auch schon in den Vorjahren auf Energierohstoffe, gefolgt von Nicht-Eisen (NE)-Metallen, Edelmetallen und Metallen der Eisen- und Stahlindustrie. Das Schlusslicht mit einem Anteil von 1,9 Prozent am Gesamteinfuhrwert bilden die Nichtmetalle. Laut dem Bericht der DERA haben sich die Importe nach dem massiven Einbruch im Jahr 2009 wieder auf dem Niveau der Jahre 2006/2007 eingependelt.
Ein weiteres Ergebnis des Berichts: Das Recycling nimmt inzwischen bei der Versorgung mit Rohstoffen einen wichtigen Anteil ein. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammen 43 Prozent des Kupfers, 60 Prozent des Aluminiums, 69 Prozent des Bleis und 44 Prozent des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Deutschland liegt damit laut DERA-Bericht deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Die deutsche Importabhängigkeit für Metallerze und -konzentrate (Primärrohstoffe) liegt bei 100 Prozent. Die Importabhängigkeit wird durch das Recycling von Metallrohstoffen und den Zukauf von Schrott und Abfällen, überwiegend aus EU-Staaten, deutlich reduziert.
Als zukünftige Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft sieht die DERA die seit 2004 sich ändernde Rohstoffsituation an. Das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, vor allem in China, führe zu einer kontinuierlichen Rohstoffnachfrage, abgesehen von einem kurzen Einbruch 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise, so die stellvertretende Leiterin der DERA, Dr. Hildegard Wilken. Diese Situation habe kurz- und mittelfristig Auswirkungen für deutsche und europäische Unternehmen beim Zugang zu Rohstoffen. In der deutschen rohstoffverarbeitenden Industrie setze sich daher zunehmend die Erkenntnis durch, dass insbesondere für die Einführung innovativer Technologien die Lieferketten bis in den primären Rohstoffsektor besser abgesichert werden müssten.
Zum Hintergrund: Der Rohstoffsituationsbericht wird bereits seit 1980 jährlich von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vorgelegt. Diese Publikation wird nun von der bei der BGR angesiedelten DERA unter der Serie „DERA Rohstoffinformationen“ fortgeführt und weiterentwickelt. Der Bericht enthält Zahlen und Fakten, die die Rohstoffproduktion, den Außenhandel, die Preisentwicklung und die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen und Energierohstoffen widerspiegeln.
Bereits im November hatte die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) eine Studie zur Versorgungslage bei wichtigen Rohstoffen vorgelegt. Die Studie kann hier abgerufen werden.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Versorgungslage bei 13 wichtigen Rohstoffen zumindest als kritisch einzustufen ist. Deutschland ist auf diese Rohstoffe für Zukunftstechnologien und beim Umbau der Energieversorgung angewiesen. Der Importabhängigkeit sollen Unternehmer nach den Empfehlungen der Studie durch Strategien für eine nachhaltige Rohstoffsicherung und durch eine Effizienzsteigerung beim Ressourceneinsatz begegnen.
Der DERA-Bericht zur Rohstoffsituation in der Bundesrepublik Deutschland 2010 kann hier abgerufen werden.